Neues Gesetz zur Maklerprovision

07.06.2020

Am 05. Juni 2020 hat die Bundesregierung ein neues Gesetz zur Maklerprovision beschlossen, durch welches die Käufer von Immobilien zukünftig entlastet werden sollen. Die neuen Regelungen werden nach einer Übergangsfrist voraussichtlich ab dem Jahr 2021 in Kraft treten.

Zukünftig gilt, wer einen Immobilienmakler beauftragt, muss mindestens die Hälfte der Maklerprovision tragen. Auch muss der Immobilienmakler nachweisen, dass der Verkäufer seinen Teil der Maklerprovision bereits bezahlt hat, bevor er den Teil des Käufers anfordern darf. Dies soll zu einer spürbaren Entlastung von Immobilienkäufern führen, da diese die Provision Stand heute oft allein tragen müssen. Ein vollständiges Bestellerprinzip, wie es bereits bei Vermietungen gilt, ist damit erst einmal vom Tisch.

In erster Linie wird die Neuregelung in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg und Hessen Auswirkungen zeigen, da es dort bislang üblich ist, dass der Käufer die Maklerprovision allein bezahlt. In den anderen Bundesländern wird auch heute schon oftmals die Provision geteilt.

Das Ziel der Politik ist es, durch die Änderungen die Kaufnebenkosten für junge Menschen und Familien zu senken und somit die Bildung von Wohneigentum, auch als Teil der Altersvorsorge, zu erleichtern. Die Maklerprovision bildet mit der Grunderwerbsteuer und den Notar und Gerichtskosten bei einem Immobilienkauf die sogenannten Kaufnebenkosten. Diese werden zumeist nicht durch die Banken finanziert, sondern müssen aus Eigenmitteln bezahlt werden, weshalb eine Entlastung bei einer dieser drei Größen den Kauf einer Immobilie erleichtern kann.

Neben der neuen Regelung zur Aufteilung der Maklerprovision hat die Bundesregierung beschlossen, dass in Zukunft ein Textformerfordernis für Maklerverträge gelten soll. Eine mündliche Absprache ist dann nicht mehr ausreichend, eine E-Mail reicht jedoch bereits.

Kommentar der Nähr Immobilien GmbH:

Durch die Neuregelung der Maklerprovision will die Bundesregierung eine Entlastung der Käufer von Immobilien erreichen. Dies ist vor allem in stark umkämpften Märkten mit hohen Preisen und geringem Angebot wichtig, da hier gerade junge Käufer schnell an finanzielle Grenzen stoßen. Ähnliche Gedanken hatten bereits zu der Umstellung auf das Bestellerprinzip bei der Vermietung von Immobilien geführt.

Gerade in den Gebieten mit hohen Mieten und Kaufpreisen, zum Beispiel in Großstädten wie Düsseldorf oder Köln, wird diese Maßnahme keine oder sogar gegenteilige Auswirkungen haben. Ähnliches ist bereits bei der Einführung des Bestellerprinzips bei Vermietungen sichtbar geworden. Hier sollten die Mieter von der Maklerprovision entlastet werden. Letztendlich haben die Vermieter in den Regionen mit knappem Wohnungsangebot die Mieten jedoch einfach erhöht und so die Kosten auf Umwegen auf den Mieter umgelegt. Dasselbe Vorgehen ist auch für zukünftige Immobilienverkäufe zu erwarten. In beliebten Wohnregionen wird die Entlastung der Käufer bei der Maklerprovision zu höheren Preisen führen.

Wenn der Kaufpreis für eine Immobilie steigt, dann steigt auch die Grunderwerbssteuer, die in Nordrheinwestfalen immerhin stolze 6,5% des Kaufpreises beträgt. Sie ist damit häufig höher als die Maklerprovision, bringt aber anders als der Makler keine direkte Gegenleistung für den Käufer. Gewinner des neuen Gesetzes könnten also vor allem die Bundesländer sein.

Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, die Maklerprovision bundesweit auf einen bestimmten Wert, z.B. auf maximal 4% der Kaufpreissumme zzgl. der Mehrwertsteuer zu begrenzen. Heutzutage werden teilweise Maklerprovisionen in Höhe von bis zu 8% aufgerufen. Dies geschieht vor allem in Gegenden mit knappem Wohnraum, wo Makler und Verkäufer Kaufpreise und Maklerprovisionen diktieren können.

Wenn die Regierung eine wirkliche Entlastung wünscht, würde es vor allen Dingen Sinn machen, die Grunderwerbsteuer zu deckeln. Auch hier wären 4% ein guter Wert. Diese Reduzierung würde zudem vollständig die Käufer entlasten und den Verkäufer nicht belasten.